Das Wichtigste in Kürze
- Im Weihnachtsgeschäft kaufen vor allem Menschen, die etwas verschenken wollen, darunter viele Einheimische, die ein Geschenk mit Ortsbezug suchen.
- Planen Sie vom ersten Advent rückwärts und lassen Sie sich die Lieferzeit für Ihre Bestellung im Angebot bestätigen, bevor Sie den Bestelltermin festlegen.
- Ein Sortiment in klaren Preisstufen, vom kleinen Mitbringsel an der Kasse bis zum hochwertigen Hauptgeschenk, erleichtert die Kaufentscheidung.
- Kleine Erstbestellungen, ein Meldebestand und Motive, die auch nach Weihnachten passen, verhindern Restbestände.
- Schaufenster, Kassenbereich und eine fertige Geschenkverpackung verkaufen in dieser Zeit oft mehr als ein zusätzlicher Artikel im Regal.
Inhalt dieses Artikels
Warum das Weihnachtsgeschäft im Souvenirshop anders funktioniert
Im Sommer kaufen in Ihrem Laden vor allem Gäste, die sich selbst an den Ort erinnern wollen. In der Adventszeit verschiebt sich das. Wer jetzt kommt, sucht meist ein Geschenk für jemand anderen. Damit ändern sich die Fragen an der Kasse: Kann man das gut verpacken? Gefällt das auch jemandem, der nicht hier war? Liegt es im Budget?
- Einheimische als Geschenkkäufer: Viele suchen ein Geschenk mit lokalem Bezug, etwa für Verwandte, die weggezogen sind, oder für Gäste aus dem Ausland. Diese Zielgruppe kennt den Ort und erwartet Qualität statt typischer Touristenware.
- Besucher vom Weihnachtsmarkt: Wer über den Markt bummelt, kommt spontan in den Laden, hat wenig Zeit und entscheidet schnell. Gut sichtbare Geschenkideen in klaren Preisstufen helfen dabei.
- Firmen und Vereine: Kleine Präsente für Partner oder Mitglieder werden oft in mehreren Exemplaren gekauft und fragen nach Rechnung und Verpackung.
Für Ihre Planung heißt das: Der Ortsbezug bleibt das wichtigste Verkaufsargument, aber das Geschenk muss auch ohne Erinnerung an einen Urlaub Freude machen. Souvenirs zu Weihnachten verkaufen sich besser, wenn sie hochwertig wirken, gut verpackt sind und eine kleine Geschichte erzählen.
Zeitplan: Das Weihnachtssortiment vom Advent rückwärts planen
Der häufigste Fehler im Weihnachtsgeschäft ist ein zu später Start. Planen Sie deshalb rückwärts: Ab dem ersten Advent soll die Ware im Laden stehen. Davor liegen Platzierung, Lieferung, Bestellung, Musterprüfung und die Entscheidung über Motive. Wie lange die einzelnen Schritte dauern, hängt von Ihren Lieferanten ab. Fragen Sie die Lieferzeit für Ihre konkrete Bestellung im Angebot an und rechnen Sie erst dann den Bestelltermin aus.
Vorjahr auswerten
Welche Artikel liefen in den Wochen vor Weihnachten gut, welche blieben liegen? Notieren Sie auch, wann der Andrang begann und welche Preislagen gefragt waren.
Motive und Artikel festlegen
Entscheiden Sie, welche Bestseller bleiben, welche neuen Geschenkartikel dazukommen und ob es winterliche Varianten bekannter Motive geben soll.
Muster bestellen und prüfen
Prüfen Sie Material, Verpackung und Wirkung im Regal, bevor Sie Mengen festlegen. Für ein Muster-Kit sollten Sie etwa 7–10 Werktage einplanen.
Bestellung auslösen
Bestellen Sie so früh, dass die bestätigte Lieferzeit plus ein Puffer vor dem Advent liegt. Klären Sie im selben Schritt, wie schnell nachbestellt werden kann.
Platzierung vorbereiten
Planen Sie Schaufenster, Kassenbereich und Beschilderung, solange die Ware unterwegs ist.
Meldebestand festlegen
Legen Sie für jeden Weihnachtsartikel fest, bei welcher Stückzahl Sie nachbestellen. In der Hochphase ist dafür sonst keine Zeit.
Welche Souvenirs sich zu Weihnachten verkaufen
Ein gutes Weihnachtssortiment ist kein komplett neues Sortiment. Es ergänzt Ihre Bestseller um Artikel, die sich als Geschenk eignen, und rückt sie für ein paar Wochen in den Vordergrund. Drei Gruppen haben sich als Orientierung bewährt:
- Winterliche Ortsmotive: Das Wahrzeichen im Schnee, die Altstadt bei Nacht oder der Weihnachtsmarkt vor bekannter Kulisse. Solche Motive verbinden Ortsbezug und Saison.
- Geschenke für Einheimische: Artikel, die man gern selbst behalten würde: hochwertige Bücher, Drucke, regionale Produkte oder kreative Beschäftigung für die Feiertage.
- Kleine Zusatzartikel an der Kasse: Karten, Anhänger, Magnete oder Schokolade mit Ortsbezug. Sie runden den Einkauf ab und eignen sich als Wichtelgeschenk.
| Preisstufe | Typische Rolle | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Kleines Mitbringsel | Zusatzkauf an der Kasse, Wichteln | Schnell erfassbar, griffbereit, klarer Preis |
| Mittleres Geschenk | Für Kollegen, Nachbarn, Gastgeber | Sieht nach mehr aus, lässt sich gut verpacken |
| Hauptgeschenk | Für Familie und enge Freunde | Wertige Aufmachung, Geschichte zum Ort, Beratung |
| Mengengeschenk | Firmen und Vereine, mehrere Stück | Einheitliche Verpackung, Rechnung, Verfügbarkeit |
Achten Sie darauf, dass jede Preisstufe mindestens einen starken Artikel hat. Dann findet jeder Kunde in seinem Budget etwas, ohne lange suchen zu müssen. Welche Artikel dabei auch eine gute Marge bringen, zeigt der Ratgeber Souvenirs mit hoher Marge.
Wie viel Ware für das Weihnachtsgeschäft einkaufen?
Die Sorge im Weihnachtsgeschäft hat zwei Seiten: Zu wenig Ware, und der Bestseller ist in der Woche vor Heiligabend ausverkauft. Zu viel Ware, und im Januar steht der Restbestand nach Weihnachten im Lager. Beides lässt sich mit drei Regeln eingrenzen.
- Klein starten: Bestellen Sie die erste Menge vorsichtig, auf Basis der Vorjahreszahlen eines vergleichbaren Artikels. Neue Artikel starten Sie lieber in mehreren Motiven mit wenig Stück als in einem Motiv mit vielen.
- Nachbestellung einplanen: Ein Meldebestand sagt Ihnen, wann Sie nachbestellen müssen. Setzen Sie ihn für die Adventszeit höher an als im restlichen Jahr, weil der Absatz pro Woche steigt. Nach Weihnachten senken Sie ihn wieder.
- Ganzjährige Motive bevorzugen: Ein Wahrzeichen im Schnee lässt sich auch im Februar noch als Winterbild verkaufen. Ein Artikel mit Weihnachtsmann und Jahreszahl dagegen kaum. Je weniger ein Artikel ausdrücklich nach Weihnachten aussieht, desto kleiner ist das Risiko.
Besonders hilfreich sind Lieferanten ohne Mindestmenge. Dann können Sie knapp einkaufen und bei guter Nachfrage nachlegen, statt das gesamte Risiko vorab zu tragen. Wie Sie Erstbestellung und Nachbestellung dafür sauber planen, erklärt der Ratgeber Souvenirs ohne Mindestmenge.
Platzierung: Schaufenster, Kasse und Geschenkverpackung
In der Adventszeit haben Kunden wenig Zeit und viele Ideen im Kopf. Gute Platzierung nimmt ihnen die Suche ab. Diese Punkte lohnen sich fast in jedem Laden:
Checkliste für die Präsentation
- Schaufenster mit einem klaren Geschenkthema statt vieler einzelner Artikel gestalten.
- Am Eingang einen Tisch mit Geschenkideen nach Preisstufen aufbauen.
- Kleine Zusatzartikel in Griffweite der Kasse platzieren.
- Geschenkverpackung oder fertige Geschenkboxen gut sichtbar anbieten.
- Schilder mit kurzen Texten wie „Geschenkidee mit Ortsbezug“ oder „Für alle, die schon alles haben“ aufstellen.
- Das Team auf die wichtigsten Geschenkartikel und ihre Geschichte vorbereiten.
Eine fertige Verpackung ist im Weihnachtsgeschäft oft ein Kaufgrund für sich. Wer ein Geschenk direkt mitnehmen kann, ohne es zu Hause einpacken zu müssen, entscheidet sich schneller.
Malen nach Zahlen mit Ortsmotiv als Weihnachtsgeschenk
Ein Beispiel für ein Geschenk mit Ortsbezug, das zu Einheimischen und Gästen passt, ist ein individuelles Malen-nach-Zahlen-Kit. Das Motiv kommt von Ihnen, zum Beispiel Ihr Wahrzeichen oder auf Wunsch eine winterliche Variante davon.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Inhalt | Leinwand 40 × 50 cm, bis zu 36 Acrylfarben (erfüllen EN 71-3), 3 Pinsel |
| Optionen | Keilrahmen oder Geschenkbox, saisonale und winterliche Motive auf Wunsch |
| Präsentation | Thekenaufsteller auf Wunsch, Story-QR-Code auf der Verpackung inklusive |
| Motiv | Ihr eigenes Motiv, Bildrechte-Check inklusive |
| Mindestmenge | Keine, ab 1 Stück, Nachbestellung jederzeit |
| Händlerpreis | 9,95 € netto, mit Keilrahmen 12,95 € netto |
| Staffelrabatt | 5 % ab 50 Stück, 7,5 % ab 100 Stück, 10 % ab 250 Stück |
Weil es keine Mindestmenge gibt, passt das Kit zu den Regeln aus diesem Ratgeber: eine kleine Menge zum Advent, ein Meldebestand und Nachbestellung bei Bedarf. Ein Ortsmotiv ohne Weihnachtsbezug verkauft sich auch im neuen Jahr weiter. Mehr zum Malen nach Zahlen Souvenir mit Ihrem Wahrzeichen finden Sie auf der Seite für Städte und Tourist-Informationen. Das folgende Rechenbeispiel zeigt 30 Kits ohne Rahmen bei 29,95 € brutto.
| Stückzahl | 30 Stück |
|---|---|
| Endkundenpreis brutto | 29,95 € |
| Endkundenpreis netto | 25,17 € |
| Einkaufspreis netto (ohne Rahmen) | 9,95 € |
| Marge pro Stück | 15,22 € |
| Marge in % | 60 % |
| Marge gesamt | 456,54 € |
Rechenbeispiel. Netto-Beträge, Endkundenpreis inkl. 19 % MwSt. umgerechnet, zzgl. Versand. Gerechnet mit dem Grundpreis ohne Staffelrabatt.
Wie Sie den Endkundenpreis für Ihr Geschäft festlegen, erklärt der Ratgeber Verkaufspreis kalkulieren.
Häufige Fragen
Wann sollte man das Weihnachtssortiment bestellen?
Rechnen Sie vom ersten Advent rückwärts: Bis dahin soll die Ware im Laden stehen. Ziehen Sie davon die im Angebot bestätigte Lieferzeit, einen Puffer und die Zeit für Musterprüfung und Entscheidung ab. So ergibt sich Ihr spätester Bestelltermin.
Welche Souvenirs verkaufen sich zu Weihnachten?
Gefragt sind Geschenke mit Ortsbezug, die auch ohne Urlaubserinnerung Freude machen: winterliche Ortsmotive, hochwertige Geschenkartikel für Einheimische und kleine Zusatzartikel an der Kasse. Eine fertige Geschenkverpackung erleichtert die Entscheidung zusätzlich.
Wie viel Ware für das Weihnachtsgeschäft einkaufen?
Orientieren Sie sich an den Vorjahreszahlen vergleichbarer Artikel und starten Sie vorsichtig. Legen Sie einen Meldebestand fest, damit Sie rechtzeitig nachbestellen, und klären Sie vorab, bis wann eine Nachbestellung noch vor Weihnachten ankommt.
Was tun mit Restbeständen nach Weihnachten?
Am besten vermeiden Sie sie durch Motive, die auch nach den Feiertagen passen, etwa Winterbilder ohne Weihnachtsbezug. Was dennoch übrig bleibt, können Sie im Januar als Winterartikel weiterführen, in ein Geschenkset packen oder gezielt reduzieren.
Welche Geschenkartikel passen in eine Tourist-Information?
Gut passen Artikel mit klarem Ortsbezug, die sich ohne lange Beratung verkaufen: Bücher, Drucke, regionale Produkte und kreative Geschenke mit lokalem Motiv. Fertig verpackte Geschenke und klare Preisstufen helfen, wenn an der Theke wenig Zeit ist.